Der Alte Elbtunnel ist eines der beeindruckendsten Bauwerke Hamburgs – und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten. Während Touristen an den Landungsbrücken Fotos machen, fahren direkt vor ihren Füßen Fahrräder und Fußgänger durch einen über 100 Jahre alten Tunnel unter der Elbe hindurch. Wer ihn einmal erlebt hat, vergisst ihn nicht mehr.
Hier sind die 10 wichtigsten Fakten zum Alten Elbtunnel – von der Entstehungsgeschichte bis zu praktischen Tipps für deinen Besuch.
Der Alte Elbtunnel (offiziell: St. Pauli-Elbtunnel) wurde am 7. September 1911 eröffnet. Damit ist er über 110 Jahre alt und funktioniert bis heute als Fußgänger- und Fahrradtunnel. Geplant und gebaut wurde er in einer Zeit, in der Hamburg als Welthafen boomte und die Arbeiter aus den Wohnvierteln nördlich der Elbe täglich zu den Werften und Docks auf der Südseite mussten.
Der Tunnel war damals nicht nur eine technische Sensation, sondern auch ein sozialpolitisches Projekt: Vorher mussten die Hafenarbeiter Fähren nutzen, die im Winter oft ausfielen und Geld kosteten. Der Elbtunnel war für Fußgänger und Radfahrer kostenlos – und blieb es bis heute.
Die beeindruckendste Zahl: Der Tunnel liegt auf seinem tiefsten Punkt 24 Meter unter der Wasseroberfläche der Elbe. Die Gesamtlänge beträgt 426,5 Meter. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der vierfachen Länge eines Fußballfeldes.
Gebaut wurde der Tunnel in offener Bauweise – die Elbe wurde abgepumpt, der Tunnel in die Flusssohle eingebettet und anschließend wieder geflutet. Eine Technik, die für damalige Verhältnisse als Meisterleistung des Ingenieurbaus galt.
Der Alte Elbtunnel war bei seiner Eröffnung der erste Unterwassertunnel der Welt, der ausschließlich für Fußgänger und Fahrräder gebaut wurde. Andere Tunnel dieser Zeit – etwa der Themse-Tunnel in London – waren Eisenbahntunnel. Ein reiner Personentunnel dieser Tiefe und Länge war 1911 einzigartig.
Das Besondere: Er besaß von Anfang an Aufzüge – ebenfalls damals hochmoderne Technologie. Diese originalgetreuen Lastenaufzüge gibt es bis heute, und sie werden auch für Fahrräder genutzt.
Der Bau war ein direktes Ergebnis des Hamburger Hafenbooms. Täglich pendelten tausende Arbeiter zwischen den Wohnquartieren auf der Nordseite der Elbe und den Werften, Docks und Lagerhäusern auf der Südseite. Die Fähren waren langsam, teuer und störanfällig.
Deshalb initiierte der Hamburger Senat den Tunnelbau. Bei seiner Eröffnung nutzten ihn bis zu 12.000 Menschen täglich – überwiegend Arbeiter mit Schubkarren, Handwagen und Fahrrädern. Heute sind es vor allem Touristen und Hamburger, die den besonderen Charme des Tunnels erleben wollen.
Der Tunnel besteht aus zwei parallel verlaufenden Röhren, die durch Querstollen verbunden sind. Jede Röhre hat einen eigenen Aufzug und eine eigene Treppe. Die Röhren sind jeweils rund 6 Meter breit – ausreichend für zwei Fahrspuren plus Fußgänger.
Aktueller Hinweis: Eine der beiden Röhren wird seit Jahren aufwendig saniert und ist deshalb für Besucher gesperrt. Der Betrieb läuft weiterhin über die zweite Röhre – Öffnungszeiten und aktuelle Infos findest du direkt bei Hamburg Port Authority (HPA), die den Tunnel betreibt.
Beim Bombenangriff auf Hamburg im Juli 1943 („Operation Gomorrha“) wurde der Alte Elbtunnel stark beschädigt. Wasser drang in die Röhren ein, Teile der Innenausstattung wurden zerstört. Dennoch wurde er nach dem Krieg restauriert und wieder in Betrieb genommen.
Dieser Umstand ist auch ein Grund, warum die heutige Innenausstattung nicht komplett original ist – dennoch wurde bei der Restaurierung großer Wert auf den historischen Charakter gelegt.
Im Jahr 2003 wurde der Alte Elbtunnel unter Denkmalschutz gestellt. Das bedeutet: Jede Sanierungsmaßnahme muss die historische Substanz erhalten. Besonders geschützt sind die charakteristischen weißen Kacheln, die gusseisernen Treppen, die Holzbänke und die gelbe Beleuchtung – all das, was dem Tunnel seine unverwechselbare Atmosphäre gibt.
Die laufende Sanierung der zweiten Röhre ist entsprechend aufwendig und teuer: Jedes Detail muss möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden.
Der Tunnel ist kein Geheimtipp mehr: Rund eine Million Menschen besuchen den Alten Elbtunnel jedes Jahr. Er gehört damit zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Hamburgs – auch wenn er in vielen Reiseführern noch immer als „Insider-Tipp“ geführt wird.
Besonders beliebt ist er bei Radtouristen, die ihn als Verbindung zwischen den Landungsbrücken und dem südlichen Elbufer nutzen. Von der Südseite hat man einen der schönsten Blicke auf die Hamburger Skyline und die Landungsbrücken.
Was den Tunnel so unvergesslich macht, ist das Gesamterlebnis: Der Geruch nach feuchtem Mauerwerk, das leichte Echo der Schritte, die gelbe Beleuchtung, die weißen Kacheln und das leise Rauschen, das daran erinnert, dass man sich direkt unter der Elbe befindet.
In der Röhre gibt es außerdem farbige Kachelbilder an den Wänden, die historische Motive zeigen – unter anderem Szenen aus dem Hamburger Hafen und Meerestiere. Diese Mosaike sind kaum bekannt, aber absolut sehenswert.
Die Nutzung ist kostenlos. Sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer. Das war von Anfang an so und ist bis heute so geblieben – ein Relikt aus der ursprünglichen Idee, den Hafenarbeitern eine kostenlose Verbindung zu schaffen.
Auch Kraftfahrzeuge durften den Tunnel früher nutzen (daher die breiten Röhren), aber das ist seit Jahren nicht mehr der Fall. Heute ist er ausschließlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.
Adresse: Bei den St. Pauli-Landungsbrücken, 20359 Hamburg (Eingang Nordseite)
Öffnungszeiten:
Anfahrt mit ÖPNV: S-Bahn S1/S3 oder U-Bahn U3 bis Landungsbrücken
Der Elbtunnel ist Teil einer der schönsten Fahrradrouten Hamburgs: Von den Landungsbrücken durch den Tunnel auf die Südseite, entlang des Elbufers Richtung Övelgönne und weiter nach Blankenese – eine Route mit atemberaubendem Blick auf den Hamburger Hafen und die Elbe.
Mit einem gemieteten Fahrrad von Happy Bikes bist du genau richtig für diese Tour. Wir sind fußläufig vom Hauptbahnhof entfernt und verleihen Rennräder, Gravel Bikes, E-Bikes und Citybikes – inklusive kostenlosem Helm, Schloss und Handyhalter, ohne Buchungsgebühren.
Jetzt Fahrrad mieten und den Elbtunnel auf eigene Faust erkunden →
Oder du buchst eine unserer geführten Fahrradtouren, bei denen wir den Elbtunnel anfahren – zum Beispiel die Tour „Das Beste von Hamburg“, die direkt durch den Tunnel führt.
Alle Fahrradtouren entdecken →
Der Alte Elbtunnel in Hamburg ist 426,5 Meter lang.
Der Tunnel liegt auf seinem tiefsten Punkt 24 Meter unter der Wasseroberfläche der Elbe.
Der Alte Elbtunnel wurde am 7. September 1911 eröffnet.
Ja, die Nutzung des Alten Elbtunnels ist für Fußgänger und Radfahrer kostenlos.
Ja, Fahrräder dürfen den Tunnel nutzen. Man muss jedoch mit dem Fahrrad schieben – das Fahren im Tunnel ist nicht erlaubt. Für Fahrräder gibt es spezielle Aufzüge.
Für Fußgänger ist der Tunnel 24 Stunden täglich geöffnet. Die Fahrrad-Aufzüge haben eingeschränkte Betriebszeiten (Mo–Fr ca. 5:30–21:00 Uhr). Da aktuell Sanierungsarbeiten laufen, empfiehlt sich ein Check der aktuellen Zeiten bei der Hamburg Port Authority.

Bei Google haben wir bereits über 1.100 echte Bewertungen von begeisterten Kunden. 5/5 Sterne sprechen eine eindeutige Sprache und wir geben auch weiterhin alles, damit sich das nicht ändert! Erlebe auch du jetzt unseren 5* Service!
Bei uns erhaltet ihr Helme, Schlösser und Handyhalter kostenlos.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von TrustIndex. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen